Der Begriff Kalligraphie (alternative Schreibweise: Kalligrafie) stammt ursprünglich aus Griechenland. Er setzt sich aus den Wörtern „kalós“ (für schön) und „gráphein“ (für schreiben) zusammen. Die Kunst des Schönschreibens erfolgt ausschliesslich von Hand und steht im direkten Gegensatz zur Typographie (dem Setzen vorgefertigter Formen). Über die Kalligrafie kommunizieren Menschen seit mehreren Jahrhunderten miteinander.

Die ältesten Beispiele sind die Höhlenmalereien, Hieroglyphen und die asiatischen Schriftzeichen. Übrigens: Mit der eigenen Handschrift lassen sich nicht nur Gedanken schriftlich darstellen. Die Handschrift selbst ist ein wesentliches Gestaltungselement für ausdrucksvolle, kreative Ergebnisse.

Welche Materialien benötigen angehende Kalligraphen?

Grundsätzlich kann jeder die Kalligraphie erlernen. Neben Zeit, Geduld (und ausreichend Nerven) benötigen die Schreiber noch folgende Materialien:

  • Kalligraphiepapier
  • Schreibgeräte
  • Tusche und Tinte
  • Geometriedreieck für Hilfslinien
  • Geeignete Unterlage

Kalligraphie-Papier

Unterscheidet sich deutlich vom einfachen Zeichenpapier und besitzt eine hohe Qualität. Auf seiner glatten Oberfläche gleitet die Feder sanft und die gute Leimung verhindert, dass die Tusche verläuft oder ausblutet. Aufgrund einer recht schweren Grammatur wellt sich das Papier selbst bei einem nassen Auftrag nicht. Anfänger verwenden am besten Übungspapier mit Hilfslinien. Alternativ zeichnen sie die Linien mithilfe eines Geodreiecks auf das Papier.

Tusche und Tinte

Ein Kalligraph verwendet traditionell eine tiefschwarze, hochpigmentierte und glänzende Tusche. Diese hat eine besonders gute Deckkraft und eine hervorragende Lichtbeständigkeit. Schreibtinte ist im Gegensatz zur Tusche wasserlöslich, unpigmentiert und dünnflüssiger.

Schreibgeräte und Federn

Im Handel stossen angehende Kalligraphen auf eine grosse Auswahl an Federvarianten und Schreibgeräten. Bei der Kalligraphie werden die Buchstaben sanft auf das Papier gezeichnet und nicht gemeisselt. Somit eignet sich ein klassischer Kugelschreiber nicht für das Schönschreiben. Ein Füllfederhalter hingegen ist ein geeignetes Werkzeug.

Handgeschrieben.ch Sophie Logo

Neben digitalen Kampagnen kann ein elementarer Teil der gesamten Kundenkommunikation auch erfolgreich analog abgebildet werden. Und zwar handschriftlich.

Die Handschrift-Roboterin Sophie, welche mit echten Schriften wie von Hand Botschaften schreibt, unterstützt Schreibprojekte für kleine und grosse Auflagen. Die Schriften sind von einer echten Handschrift nicht zu unterscheiden, denn sie weisen all die typischen Merkmale auf, etwa den Wortabstand, die Aufdruckstärke oder die individuelle Schreibweise der Buchstaben. Natürlich kann Sophie und ihr Schreibroboter-Team auch Ihre persönliche Handschrift erlernen. 

Am besten verwenden die Schreibenden einen klassischen Füllfederhalter mit Tintenfass. In diesem befindet sich schwarze Zeichentusche (Tusche). Bei allen Schreibgeräten sollten die Kalligraphen eines nie vergessen: Sie müssen sich mit dem gewählten Schreibgerät unbedingt wohlfühlen. Durch aufsteckbare Federn können die Kalligraphen mit ihrem Füllfederhalter in vielen unterschiedlichen Stärken schreiben. Die über 1.600 Schreibfedern unterteilen sich in:

  • Spitzfedern
  • Bandzugfedern
  • Zeichenfedern
  • Pfannenfedern
  • Schnurzugfedern
  • Plakatfedern
  • Graphosfedern

Schreiben mit Rundspitze

Die meisten Schreibgeräte, wie Filzschreiber, Bleistift oder Kugelschreiber haben eine runde Spitze und sind in unterschiedlichen Strichstärken erhältlich. Dank der gerundeten Spitzenform lassen sich die Stifte individuell halten. Unabhängig von der Haltung bleibt der Strich stets gleichmässig und dadurch sind längere Texte problemlos möglich. Das Schreiben mit Rundspitze ist einfach zu erlernen, jedoch nicht so elegant wie das Schreiben mit Keilspitze.

Schreiben mit Keilspitze

Für eine besonders ausdrucksvolle oder elegante Schrift ist die Keilspitze bestens geeignet. Sie läuft keilförmig zu und besitzt eine schmale sowie breitere Seite. Die Haltung spielt eine wichtige Rolle und entscheidet darüber, ob der gezeichnete Strich breiter oder dünner ausfällt. Um ein möglichst ausdrucksvolle Schriftbild zu erreichen, sollten die Schreiber stets den Federwinkel einhalten.

Zu diesem Zweck halten sie die Keilspitze in einem 45° Winkel zur Grundlinie. Sie dürfen den Federwinkel beim Schreiben nicht verändern und müssen die Position halten. Dadurch ist das Schreiben mit Keilspitze spürbar anstrengender als das Schreiben mit Rundspitze. Das Verhältnis von Buchstabenhöhe und Strichstärke spielt ebenfalls eine Rolle. Die Schreiber erhalten eine möglichst ausgewogene Proportion, indem sie die Strichbreite 4 bis 5 mal übereinander setzen. Je breiter die Keilspitze, desto grösser die Buchstaben und umgekehrt.

Die wichtigsten Hilfslinien der Kalligraphie

  • auf der Basislinie (Schreiblinie) liegen die Körper der Buchstaben
  • die Oberlinie (Leitlinie) legt die Höhe der aufsteigenden Buchstaben fest
  • die Leitlinie für Grossbuchstaben gibt die Höhe der Grossbuchstaben vor
  • der Teil eines Buchstabens (Oberlänge) liegt zwischen der 2. Oberlinie und der 7. x-Linie
  • der Teil eines Buchstabens (Unterlänge) liegt unter der Basislinie
  • die x-Höhe (Höhe von Buchstaben oder Schriftteilen) liegt zwischen der ersten Basislinie und der zweiten Oberlinie
  • die x-Linie bestimmt als Leitlinie die korrekte Position für die Obergrenze der 6. x-Höhe
  • die Neigungslinie (Leitlinie) gibt die richtige Schräge vor

Kalligraphie und Handlettering

Im englischen Sprachraum wird die moderne Kalligraphie (modern calligraphy) mit dem Begriff Handlettering gleichgesetzt. Im Deutschen gibt es Überschneidungen und Unterschiede zwischen beiden Begriffen. Beim modernen Handlettering haben die Schreibenden deutlich mehr Gestaltungsfreiheit. Die Buchstaben werden im Gegensatz zur Kalligraphie nicht kunstvoll mit einem Füllfederhalter geschrieben. Die Handlettering-Künstler zeichnen oder malen die Buchstaben mit einem Tuschestift.

Kalligraphie – damals und heute

In der Vergangenheit lernten Schüler in vielen Schulen noch die Schönschrift. Die handschriftlichen Lerneinheiten wurden mehr und mehr vom Zehn-Finger-Tippsystem und Computerkursen verdrängt. Deshalb liegen Federhalter und Tuschestift oftmals wie Fremdkörper in der Hand.

Dennoch lässt sich die Kunst des schönen Schreibens auch heute noch erlernen. Angehende Kalligraphen brauchen ein geeignetes Kalligrafiepapier, passende Schreibgeräte und Tusche oder Tinte. Mit diesen Materialien, ausreichend Zeit zum Üben, starken Nerven und genügend Geduld kann jeder das handschriftliche Schönschreiben erlernen.